Unsere Tiere stellen sich vor

Schweine adé - Dreptefarm schafft Bunte Bentheimer ab


(Wulsbüttel, den 12.2.21) Zwanzig Jahre züchtete das Schullandheim Dreptefarm in Wulsbüttel Schweine. Die alte Rasse der Bunten Bentheimer verwertete die Gemüsereste und sorgte für manch spannende Kind-Tier-Begegnung. Doch die ständig steigenden Auflagen machen Kleinstbetrieben die Haltung immer schwerer. Nun haben die Verantwortlichen schweren Herzens die Reißleine gezogen und die Schweinehaltung aufgegeben.

 

Bei den Regeln zur Nutztierhaltung gibt es nur eine Richtung: Massentierhaltung schützen, Freilandhaltung über die Klinge springen lassen“, ärgert sich der Heimvorsitzende Sönke Hofmann, „es geht kein Stück ums Tierwohl, nur um den vermeintlichen Schutz vor ach so ansteckenden Wildtieren.“ Artgerechte Freilandhaltung von Schweinen werde mit überzogenen Auflagen unmöglich gemacht. Er fordert wenigstens Bagatellgrenzen für Hobbyhalter.

 

Das Veterinäramt trifft keine Schuld, die müssen ja nur die bekloppten Regeln vom Grünen Tisch umsetzen“, wettert Hofmann, der auch Geschäftsführer des NABU in Bremen ist. Dabei habe die Dreptefarm gerade noch nachgerüstet: „Extra Hygienemonturen und Stiefelüberzieher, dabei hat unser Tierarzt seinen eigenen Kram immer dabei. Und einen ganzen Kanister sinnloser Desinfektion für den Anhänger, dabei fahren wir keine anderen Züchter an. Alles nur, weil es so Vorschrift ist.“

 

Den bisherigen doppelten Zaun hätte das Heim noch mit halbmeter tief eingegrabenen Baustahlmatten verstärken können. „Das wäre zwar eine Sauarbeit geworden, aber machbar“, betont der Heimchef. Doch mit dem Näherrücken der Afrikanischen Schweinepest ändern sich auch die Regeln. „Da reicht dann plötzlich ein Meter Abstand der Zäune zueinander nicht mehr, weil irgendwelche Agrarpolitiker mit Aktionismus ihre Hilflosigkeit kaschieren müssen. Und dann stehst du mit deinem zu nah eingebuddelten Baustahl da.“

 

Die Schweine seien mit ihrer Pfiffigkeit besonders wichtig in der pädagogischen Arbeit gewesen. „Gerade für muslimische Kinder waren das tolle Schlüsselerlebnisse und spannende Erkenntnisse mit Tieren, deren Fleisch für sie so mit Tabus belegt ist“, berichtet Sönke Hofmann traurig. Wobei der Besuch mit Kindern im Schweinegehege ohnehin schon immer diverse Verstöße beinhaltet hat: Einweg-Schutzanzüge und reichlich Desinfektion wären für jedes Kind eigentlich vorgeschrieben gewesen.

 

Nicht nur die artgerechte Schweinehaltung leidet unter der Panik vor Pandemien. „Unsere Gänse haben wir alle im November geschlachtet. Nochmal konnten wir denen mehr als ein halbes Jahr Stallpflicht einfach nicht zumuten“, bedauert Hofmann. „Staatlich angeordnete Tierquälerei“ nennt er die Stallpflicht. Dabei sei die Freilandhaltung nachweislich kein besonderer Krankheitsherd.

 

Wenn bei uns ein Tier stirbt, wird es sofort ordnungsgemäß eingepackt und entsorgt. Schlimmstenfalls stirbt unser gesamter Bestand an einer Seuche, aber wir tragen das mangels Kontakt nicht in fremde Ställe“, so der Heimvorsitzende, „auch Wildschweine oder Wildvögel haben da nur eine akademisch-theoretische Chance auf Kontakt.“ Das übertriebene Hygienedenken in absoluten Kategorien zwinge die Tierhaltung in die kontrollierbaren Pferche der Massentierhaltung. Hier sei – in der Theorie – alles unter Kontrolle.

 

Der doppelte Ausbruch der Geflügelpest im Nordkreis Cuxhavens zeige jedoch die Wirklichkeit und sei ziemlich sicher auf Unachtsamkeit des Menschen zurückzuführen. „In einen hermetisch abgeriegelten Putenstall mit 15.000 Tieren kann keine Wildgans einbrechen, nicht mal ein Rotkehlchen“, sagt Sönke Hofmann, „und das dann auch noch zweimal?“ Die Ansteckung komme eher durch infizierten Kot am Stiefel zustande, da reiche ein einziger Fehltritt.

 

Ich werde die Schweine und ihre flatternden Ohren beim Spielen vermissen“, so Hofmann bitter, „wir hatten unser Fernseh-Ferkel ‘Kurt‘ ja sogar drei Monate als Mitbewohner im Haus.“ Sollten sich die Vorgaben für die Hobbyhaltung bessern, würde das Heim sofort wieder Schweine anschaffen. Doch die Dreptefarm hat da wenig Hoffnung auf praxisnahe Regeln.

 


Türinger Waldziege


Unsere kleine Ziegenherde besteht derzeit aus kastrierten Böcken der Thüringer Waldziege. Auch wenn es streng genommen keine regionale Rasse ist, überzeugt uns das schöne Äußere, die Robustheit und unkomplizierte Haltung.

Wie notwendig die Erklärungen und Einführung in die Ansprüche der Tiere ist, zeigte sich, als Besucher unsere Ziegen mit Rhododendron-Blättern fütterte. Zwar ist der Rhododendron in unseren Breiten ohnehin  eine überflüssige Pflanze, sie ist aber auch noch giftig. Beide Ziegen überlebten die giftige Kost nur mit Hilfe des Tierarztes.
Die bleibenden Schäden dieser Aktion führten letztlich zum Tod der beiden nach z. T. monatelangem Siechtum.
Daher unser Appell: Unsere BFD-Kräfte gehen auch außerhalb der Fütterungsrunden mit Ihrer Gruppe zu den Tieren. Auch Futter suchen und von Hand geben ist kein Problem, NACH VORHERIGER ABSPRACHE!

Die Thüringer Waldziege entstand vor über 100 Jahren als Kreuzung der Toggenburger Ziege mit der Thüringer Landziege. Es gibt sie mit Hörnern und ungehörnt. Sie gelten als als besonders robust und widerstandsfähig. Waldziegen wurden im rauen Klima des Thüringer Waldes bis 1000 Meter Höhe, bei hohen Regenmengen und harten Wintern als „Kuh des kleinen Mannes“ gehalten.

Erwachsene Tiere erreichen ein „Stockmaß“ (Vorderschulterhöhe) von 85 cm und wiegen zwischen 40 und 70 kg. Sie können bis zu 1 t Milch pro Jahr geben, mit durchschnittlich 3,5% Fettgehalt.

1936 gab es noch fast 60.000 Thüringer Waldziegen, 2002 war der Herdbuchstand auf etwas über 500 Tiere zusammengeschrumpft. Allerdings gibt es Liebhaberzüchter, die jedoch oft nicht im Herdbuch (Zuchtregister) auftauchen.


Schafherde der Vielfalt


Schafe sind tolle Tiere, treudoofe Herdentiere zwar, aber unglaublich nett. Wir haben zeitweise ein Dutzend "Rauhwoller" gehabt, nun haben wir eine "Herde der Vielfalt" mit verschiedenen Rassen: Rauhwollige Pommersche Landschafe, Leineschaf, Moorschnucke, Bentheimer Landschaf und Coburger Fuchsschaf.

 

Die "Rauhwoller" (Rauhwollige Pommersche Landschafe) sind eine uralte Schafrasse. Ihr Vlies ist identisch mit 3.600 Jahre alten Wollfunden. In ihrer Heimat an der Ostsseküste müssen sie auch Regen und Sturm trotzen können. Diese witterungsfeste Wolle ist jedoch nicht so fein, wie die moderner Züchtungen. Auch die Fleischmasse ist bei den Rauhwollern nicht sehr ausgeprägt, dafür überzeugt es mit seinem feinen, wildbretartigen Aroma.

Böcke können bis zu 75 kg schwer werden, die Schafe kommen auf etwa einen Zentner. Etwa 4 kg Wolle können pro Jahr "geerntet" werden. Es gibt noch um die 3.500 Herdbuchtiere, weshalb die Rauhwoller in der Kategorie III der Roten Liste als "gefährdet" stehen.


Diepholzer Gänse


Unsere "Diepholzer Gänse" erfüllen vor allem eine Wachfunktion. Wer auch immer im Schutze der Dunkelheit sich anschleichen will – die Ganter geben spätestens am Zaun trötend Alarm. Und das Beste: Man kann sie nicht mit einem Schnitzel bestechen! Selbst das amerikanische Pentagon setzt auf solche Wachgänse.

Die Diepholzer Gans züchtete man im 19. Jahrhundert aus den mehreren Landschlägen im Raum Diepholz. Es wurde eine genügsame, marschfähige und relativ kleine Gans gezüchtet. hren Namen erhielt sie erst um 1920 herum. Große Herden wurden noch in den Dreißiger Jahren im Raum Diepholz gehalten.

In dieser Zeit wurde ein Herdbuchverein gegründet, der die lukrative Zucht noch steigern sollte. Der Verein besteht auch heute noch, auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung der Diepholzer Gans Anfang der 1960er Jahre verloren ging.

Zwar wird immer wieder behauptet, die Gänse seien zuverlässige Brüterinnen, sie sollen ab dem zweiten Legejahr zwei Bruten (je 12 Eier) selbst brüten und grossziehen. Nach unserer Erfahrung (und der einiger befreundeter Hobbyzüchter) ist der Bruttrieb jedoch oftmals verloren gegangen. Unseren Nachwuchs bekommen wir meist nur noch über die Brutmaschine groß. Das macht zwar auch Spaß, ist aber für die weitere Zucht von Nachteil, da so der Bruttrieb noch weiter reduziert wird.


Meißner Widderkaninchen


Nein, unsere Schlappohr-Kaninchen welken nicht etwa, es sind echte "Meißner Widderkaninchen", da hängen die Lauscher halt. Je jünger unsere Kaninchen sind, umso beliebter sind sie – später, mit annäherndem Schlachtgewicht und kräftigen Krallen reduziert sich auch der Wunsch, solch ein Tier zum Kuscheln ins Kinderzimmer zu holen ...

Das Meißner Widderkaninchen entstammt einer Kreuzung von Deutschen Widdern mit Kleinsilber-Kaninchen. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts in der sächsischen Porzellanstadt Meißen von Leo Reck gezüchtet. Welche Ausgangsrassen Reck für die Erschaffung seiner neuen Kaninchenrasse benutzte, nahm er mit ins Grab.

Sie sind weniger gedrungen und massig als das Deutsche Widder-Kaninchen und auch deutlich lebhafter. Das Fell ist dicht mit gleichmäßigen weißen Grannen und hat eine Haarlänge von etwa 3 cm auf. Die Ohrenlänge kann über 20 cm liegen! Ausgewachsene Meißner Kaninchen wiegen zwischen 4,5 und 5,5 kg.
 
Es gibt nur noch sehr wenige Züchter dieser tollen Rasse, deshalb stehen die Meißner Widder mit der Kategorie I (extrem gefährdet) in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH, www.G-E-h.de). In der Vorweihnachtszeit machen wir Platz in unseren Ställen, dann gibt es auf Vorbestellung frische Schlachtkaninchen und Felle.


Westfälische Totleger-Hühner


Westfälische Totleger-Hühner Also gleich vorweg: Totgelegt hat sich bei uns noch kein Huhn. Dafür holen Marder und Fuchs sich allerdings ab und zu ihren Zehnt. Aber es reicht für ein paar Frühstückseier. Und vor allem stellt sich bei jedem Tierdienst die spannende Frage: Finden wir wieder ein Ei oder gar eines mehr als die Jungs vom Früh-Tierdienst?

Die Westfälischen Totleger gibt es silber- und goldfarben gesprenkelt mit weißem Halsbehang. Die Hähne haben einen tiefschwarzen Schwanz, bläulichen Schnabel und dunkelbraune Augen.

Von Westfalen aus sind sie in allen Nordseeländern verbreitet. Der Urstamm geht vermutlich auf die 1600 als "Türkisches Huhn" beschriebenen Rassen zurück. Früher waren die Totleger auch als "Hamburger Silbersprenkel" bekannt.

Sie sind sehr widerstandsfähig. Die ausgewachsenen Hähne wiegen zwischen 2 und 2,5 kg. Hühner wiegen zwischen 1,5 und 2 kg. Zwischen 180 und 220 Eier legt eine Henne pro Jahr. Angeblich ließ die erstaunliche Legeleistung die Vermutung aufkommen, diese Hühner "legten sich zu Tode". Wahrscheinlicher ist, dass ihre Legeleistung "bis zum Tode" anhält - im Gegensatz zu den modernen Hybridhühnern, die nach zwei Jahren ausgelaugt sind und nahezu kein Ei mehr legen. Es gibt noch etwa 50 bis 60 Zuchtstämme mit ca. 1000 Tieren.


Die Esel


Es gab eine zähe und verbissene, etwa achtsekündige Diskussion im Aktivenkreis, als es um das Pro und Contra der Anschaffung von Eseln ging. Endlich haben wir einen Anreiz für die Kinder sich auf nachgerade altertümliche Art und Weise zu Fuß, ohne Mamas Auto, in unbekannte Gefilde jenseits des Bäckers zu begeben!

Dafür sind unsere  "Mülleresel" da: Eselwanderungen in die Natur.Sie tragen dann unser Picknick und den einen oder anderen Fußlahmen.

Und da sie äußerst freundlich und wohlerzogen sind, können Kinder - denen man solch verantwortungsvolles Tun zutrauen kann - auch die beiden führen.