Unsere Tiere stellen sich vor

Bunte Bentheimer Schweine


Während man mit einer Schulklasse keine Chance hat, einen „modernen“ Mastbetrieb mit sensiblen Hochleistungs- schweinen zu besichtigen, kommen unsere Bunten Bentheimer Säue sogar neugierig an den Zaun. Nun sagt der Volksmund ja, Dicke seien gemütlich. Beim Schwein ist dies sogar wissenschaftlich nachgewiesen: Die Stressresistenz korreliert mit der Dicke des Rückenspecks einer Rasse, und Speck haben unsere Säue wahrlich genug.

 

Kurz vor Weihnachten fahren wir unsere Sau immer zum Eber bei Bauer Mönnich in Berne. Nach der Faust-regel für die Tragzeit

3 Monate +
3 Wochen +
3 Tage

gibt es dann Anfang April Nachwuchs. So ein wuselnder Sauhaufen ist niedlicher als Welpen oder Kätzchen - seht selbst.

Das Bunte Bentheimer Schwein entstand vor knapp 100 Jahren als Kreuzung englischer Berkshire-Schweine mit hiesigen Landrassen. Die niedersächsischen Landkreise Bentheim und Cloppenburg und das westfälische Wettringen gelten als "Wiege" dieser Rasse.
Nach dem 2. Weltkrieg waren Bentheimer Schweine die häufigsten Hausschweine, die selbst in der Stadt in kleinen Ställen mit Abfällen gemästet wurden. Wer aus der älteren Generation sich also an Schlachtfeste seiner Kindheit erinnert, denkt sicherlich zumeist an ein Bentheimer Schwein.
Mit dem Ende der Nachkriegs-Notzeiten kam mageres Fleisch in Mode - schlechte Zeiten für eine Rasse, deren Fettanteil etwa dreimal so hoch wie bei den heutigen Züchtungen. Allerdings schmeckt das Fleisch der Bentheimer besonders lecker. Der Geschmacksträger Fett sitzt bei ihnen sogar mit im Muskelfleisch. Also lieber seltener, aber dafür schmackhafteres Fleisch essen!
Die Bentheimer haben nur aufgrund der Dickköpfigkeit eines einzigen Züchters überlebt. Er züchtete die Tiere ohne Rücksicht auf Modewellen und gegen viele Anfeindungen weiter, heute sind viele ihm dankbar.  Es ist genetisch mittlerweile abgesichert, dass das Bunte Bentheimer Schwein tatsächlich eine eigenständige Rasse ist.
Heute gibt es zwar wieder ca. 200 eingetragene Zuchttiere. Allerdings ist die enge Verwandtschaft der Tiere untereinander ein Problem.
Das Bunte Bentheimer Schwein zeichnet sich durch Stressresistenz, Langlebigkeit, Robustheit, Weidetauglichkeit und ein hervorragendes Aufzuchtvermögen auf.

Seit 2003 kümmert sich der "Verein zur Erhaltung des bunten Bentheimer Schweines e. V." um den Erhalt dieser schönen Rasse und führt ein Herdbuch. Wir sind mittlerweile Mitglied in dem  Verein und starten in 2007 mit einer Herdbuchsau die "professionelle" Zucht.  Weitere Infos unter www.bunte-bentheimer-schweine.de


Türinger Waldziege


Unsere kleine Ziegenherde besteht aus Thüringer Waldziegen. Auch wenn es streng genommen keine regionale Rasse ist, überzeugt uns das schöne Äußere, die Robustheit und unkomplizierte Haltung. Im Herbst lassen wir unsere Ziegen regelmäßig decken. Damit haben wir zum Start der Saison ab etwa Ende März immer niedlichen Nachwuchs.

Wie notwendig die Erklärungen und Einführung in die Ansprüche der Tiere ist, zeigte sich, als eine Gruppe vom Nachbarheim unsere Ziegen mit Rhododendron-Blättern fütterte. Zwar ist der Rhododendron in unseren Breiten ohnehin  eine überflüssige Pflanze, sie ist aber auch noch giftig. Beide Ziegen überlebten die giftige Kost nur mit Hilfe des Tierarztes.
Die bleibenden Schäden dieser Aktion führten letztlich zum Tod der beiden nach z. T. monatelangem Siechtum.
Daher unser Appell: Unsere FÖJ-Kräfte gehen auch außerhalb der Fütterungsrunden mit Ihrer Gruppe zu den Tieren. Auch Futter suchen und von Hand geben ist kein Problem, NACH VORHERIGER ABSPRACHE!

Die Thüringer Waldziege entstand vor über 100 Jahren als Kreuzung der Toggenburger Ziege mit der Thüringer Landziege. Es gibt sie mit Hörnern und ungehörnt. Sie gelten als als besonders robust und widerstandsfähig. Waldziegen wurden im rauen Klima des Thüringer Waldes bis 1000 Meter Höhe, bei hohen Regenmengen und harten Wintern als „Kuh des kleinen Mannes“ gehalten.

Erwachsene Tiere erreichen ein „Stockmaß“ (Vorder-schulterhöhe) von 85 cm und wiegen zwischen 40 und 70 kg. Sie können bis zu 1 t Milch pro Jahr geben, mit durchschnittlich 3,5% Fettgehalt.

1936 gab es noch fast 60.000 Thüringer Waldziegen, 2002 war der Herdbuchstand auf etwas über 500 Tiere zusammen- geschrumpft. Allerdings gibt es Liebhaberzüchter, die jedoch oft nicht im Herdbuch (Zuchtregister) auftauchen.


Rauhwollige Pommersche Landschafe


Die "Rauhwoller" (Rauhwollige Pommersche Landschafe) sind eine uralte Schafrasse. Ihr Vlies ist identisch mit 3.600 Jahre alten Wollfunden. In ihrer Heimat an der Ostsseküste müssen sie auch Regen und Sturm trotzen können. Diese witterungsfeste Wolle ist jedoch nicht so fein, wie die moderner Züchtungen. Auch die Fleischmasse ist bei den Rauhwollern nicht sehr ausgeprägt, dafür überzeugt es mit seinem feinen, wildbretartigen Aroma.

Böcke können bis zu 75 kg schwer werden, die Schafe kommen auf etwa einen Zentner. Etwa 4 kg Wolle können pro Jahr "geerntet" werden. Es gibt noch um die 600 Herdbuchtiere, weshalb die Rauhwoller in der Kategorie II der Roten Liste als "stark gefährdet" stehen.

Auf der Dreptefarm sind die Rauhwoller unsere neueste tierische Errungenschaft. Wir bauen unseren Bestand erst auf. Aber in jedem Frühjahr soll es dann die niedlichen schwarzen Lämmer mit dem karakulähnlichen Vlies geben!


Diepholzer Gänse


Unsere "Diepholzer Gänse" erfüllen vor allem eine Wachfunktion. Wer auch immer im Schutze der Dunkelheit sich anschleichen will – die Ganter geben spätestens am Zaun trötend Alarm. Und das Beste: Man kann sie nicht mit einem Schnitzel bestechen! Selbst das amerikanische Pentagon setzt auf solche Wachgänse.

Die Diepholzer Gans züchtete man im 19. Jahrhundert aus den mehreren Landschlägen im Raum Diepholz. Es wurde eine genügsame, marschfähige und relativ kleine Gans gezüchtet. hren Namen erhielt sie erst um 1920 herum. Große Herden wurden noch in den Dreißiger Jahren im Raum Diepholz gehalten.

In dieser Zeit wurde ein Herdbuchverein gegründet, der die lukrative Zucht noch steigern sollte. Der Verein besteht auch heute noch, auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung der Diepholzer Gans Anfang der 1960er Jahre verloren ging.

Zwar wird immer wieder behauptet, die Gänse seien zuverlässige Brüterinnen, sie sollen ab dem zweiten Legejahr zwei Bruten (je 12 Eier) selbst brüten und grossziehen. Nach unserer Erfahrung (und der einiger befreundeter Hobbyzüchter) ist der Bruttrieb jedoch oftmals verloren gegangen. Unseren Nachwuchs bekommen wir meist nur noch über die Brutmaschine groß. Das macht zwar auch Spaß, ist aber für die weitere Zucht von Nachteil, da so der Bruttrieb noch weiter reduziert wird.


Meißner Widderkaninchen


Nein, unsere Schlappohr-Kaninchen welken nicht etwa, es sind echte "Meißner Widderkaninchen", da hängen die Lauscher halt. Je jünger unsere Kaninchen sind, umso beliebter sind sie – später, mit annäherndem Schlachtgewicht und kräftigen Krallen reduziert sich auch der Wunsch, solch ein Tier zum Kuscheln ins Kinderzimmer zu holen ...

Das Meißner Widderkaninchen entstammt einer Kreuzung von Deutschen Widdern mit Kleinsilber-Kaninchen. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts in der sächsischen Porzellanstadt Meißen von Leo Reck gezüchtet. Welche Ausgangsrassen Reck für die Erschaffung seiner neuen Kaninchenrasse benutzte, nahm er mit ins Grab.

Sie sind weniger gedrungen und massig als das Deutsche Widder-Kaninchen und auch deutlich lebhafter. Das Fell ist dicht mit gleichmäßigen weißen Grannen und hat eine Haarlänge von etwa 3 cm auf. Die Ohrenlänge kann über 20 cm liegen! Ausgewachsene Meißner Kaninchen wiegen zwischen 4,5 und 5,5 kg.
 
Es gibt nur noch sehr wenige Züchter dieser tollen Rasse, deshalb stehen die Meißner Widder mit der Kategorie I (extrem gefährdet) in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH, www.G-E-h.de). In der Vorweihnachtszeit machen wir Platz in unseren Ställen, dann gibt es auf Vorbestellung frische Schlachtkaninchen und Felle.


Westfälische Totleger-Hühner


Westfälische Totleger-Hühner Also gleich vorweg: Totgelegt hat sich bei uns noch kein Huhn. Dafür holen Marder und Fuchs sich allerdings ab und zu ihren Zehnt. Aber es reicht für ein paar Frühstückseier. Und vor allem stellt sich bei jedem Tierdienst die spannende Frage: Finden wir wieder ein Ei oder gar eines mehr als die Jungs vom Früh-Tierdienst?

Die Westfälischen Totleger gibt es silber- und goldfarben gesprenkelt mit weißem Halsbehang. Die Hähne haben einen tiefschwarzen Schwanz, bläulichen Schnabel und dunkelbraune Augen.

Von Westfalen aus sind sie in allen Nordseeländern verbreitet. Der Urstamm geht vermutlich auf die 1600 als "Türkisches Huhn" beschriebenen Rassen zurück. Früher waren die Totleger auch als "Hamburger Silbersprenkel" bekannt.

Sie sind sehr widerstands- fähig. Die ausgewachsenen Hähne wiegen zwischen 2 und 2,5 kg. Hühner wiegen zwischen 1,5 und 2 kg. Zwischen 180 und 220 Eier legt eine Henne pro Jahr. Angeblich ließ die erstaunliche Legeleistung die Vermutung aufkommen, diese Hühner "legten sich zu Tode". Andere Quellen besagen, der Name stamme schlicht von Übersetzungsfehlern und Abschleifungen der Sprache ab. Es gibt noch etwa 50 bis 60 Zuchtstämme mit ca. 1000 Tieren.


Die Esel


Es gab eine zähe und verbissene, etwa achtsekündige Diskussion im Aktivenkreis, als es um das Pro und Contra der Anschaffung von Eseln ging. Endlich haben wir einen Anreiz für die Kinder sich auf nachgerade altertümliche Art und Weise zu Fuß, ohne Mamas Auto, in unbekannte Gefilde jenseits des Bäckers zu begeben!

Dafür sind unsere drei "Mülleresel" da: Eselwanderungen in die Natur. Klaas, Püppi und Alfi tragen dann unser Picknick und den einen oder anderen Fußlahmen.

Und da sie äußerst freundlich und wohlerzogen sind, können Kinder - denen man solch verantwortungsvolles Tun zutrauen kann - auch die beiden führen. Aber auch ein freundlicher Schnauber der drei bei der Fütterungsrunde (samt Minipferd Pferdinand) ist schon ein schöner Lohn.
Da die beiden keiner gefährdeten Rasse angehören und auch eine Konzession an die Wünsche der Kinder nach (sterbens-langweiligen) Ponys sind, fehlt hier eine Rassebeschreibung.